
Tazawako: Der See, der niemals zufriert
Tief in Nordwestjapan liegt der Tazawa-See – ein Top-Ziel für einen winterlichen Abstecher von Akita oder Morioka und mit weiteren Attraktionen in der Nähe, die in Japan ganz selten sind.
Weit in Japans Nordwesten liegt Tazawako, der Tazawa-See. Mit 423,4 Metern ist er der tiefste See Japans und friert auch im kältesten Winter nie zu. Tazawako ist ein idyllisches Ziel für einen winterlichen Ausflug von Akita oder Morioka. Und in seiner Nähe liegen noch drei weitere Attraktionen, die in Japan ganz selten sind.
| Lage | Im Osten der Präfektur Akita, weit in Japans Nordwesten |
| Bekannt für | Seinen Status als tiefster See Japans, den Gozanoishi-Schrein am Nordufer und die Tatsuko-Statue am Westufer |
| Wie lange bleiben? | 1 Nacht, oder als Tagesausflug von Akita oder Morioka besuchen |
| Anreise | Mit dem Shinkansen (Tazawako Station) oder per Mietwagen, falls du auch Ziele im Umland wie Nyuto Onsen oder Mount Moriyoshi besuchen willst |
| Top-Highlights | Die Region als Ganzes mit ihren einzigartigen, aber oft übersehenen Attraktionen |
Akita ist eine der japanischen Präfekturen mit den wenigsten internationalen Besuchern. Doch das heißt nicht, dass es hier nichts zu sehen gibt! Der Hauptgrund, warum Akita von vielen Japan-Reiserouten ignoriert wird, ist seine Lage. Die Präfektur liegt tief im Nordwesten von Japan, weit weg von der klassischen Golden Route. Und selbst die typische Nordjapan-Reiseroute von Tokio nach Hokkaido führt nicht durch Akita, sondern durchs benachbarte Iwate.
Auch ich habe Akita oft übersehen. Sechs Mal, um genau zu sein. Aber bei meiner siebten Japanreise im Winter 2026 nahm ich Akita auf die Reiseroute. Seitdem bin ich ein großer Fan dieser übersehenen Präfektur. Für den Winter ist sie sogar mein Japan-Geheimtipp #1, da sich Akita in dieser Jahreszeit von seiner besten Seite zeigt. Tazawako („ko“ bedeutet See auf japanisch) ist ein Beispiel dafür – und drei weitere liegen nicht weit entfernt.
Die 20 Kilometer lange Straße, die Tazawako umrundet, führt dich zu den Highlights an den Ufern des Sees. Am einfachsten ist die Tour mit dem Mietwagen – die reine Fahrtzeit beträgt 30 Minuten. Oder du machst die Strecke als Wanderung. Ich bin einigen Reisenden begegnet, die den See zu Fuß umrundet haben, was knapp 5 Stunden dauert. Es gibt keinen Wanderweg, der direkt am See verläuft. Du musst auf der Straße laufen, aber viel Verkehr gibt es dort nicht.
Der Gozanoishi-Schrein liegt am Nordufer von Tazawako und wird von der Straße zerteilt, die rund um den See führt. Direkt am Ufer steht das große Torii, das diesen Artikel als Titelbild ziert. Es ist über fünf Meter hoch! Vom Torii hast du eine fantastische Aussicht auf den Tazawa-See und die Bergketten am Südufer. Außerdem kannst du hier entspannt Fotos machen, denn es kommen nicht viele Touristen her.
Auf der anderen Straßenseite steht der eigentliche Hauptschrein. Die Anlage des Gozanoishi-Schreins ist charmant klein, bei meinem Besuch war fast niemand anders da und es war ein perfekter Ort, um eine längere Pause einzulegen und mit einem Heißgetränk vom Automaten am großen Torii die Aussicht auf den See zu bewundern.
Am Westufer von Tazawako liegt die bekannteste Attraktion des Sees: Die Statue von Tatsuko. Tatsuko ist eine junge Frau aus einer lokalen Sage, die für ihre Schönheit berühmt war. Sie war besessen vom Wunsch, für immer schön zu bleiben und betete jede Nacht zur Göttin Okura Kannon. Eines Nachts erschien ihr die Göttin und berichtete von einer Quelle am Tazawa-See, von der Tatsuko trinken müsse, damit ihr Wunsch erfüllt wird.
Tatsuko fand die Quelle und begann zu trinken, doch sie wurde mit jedem Schluck durstiger. Sie trank so viel, bis die Quelle versiegte. Plötzlich verwandelte sich Tatsuko in einen Drachen und sprang in den Tazawa-See. In diesem Moment wurde sie Tatsuko-hime-no-kami, die Hüterin des Sees.
Seit 1968 erinnert eine goldene Statue am Seeufer an die Legende von Tatsuko. Sie ist die bekannteste Attraktion am Tazawa-See und entsprechend gut besucht. Mach dich auf Busladungen von Touristen gefasst – hier hast du weniger Ruhe als am Gozanoishi-Schrein. Trotzdem lohnt sich ein Stopp hier, denn die Aussicht ist top.
Good News: In der Nähe von Tazawako gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten, die perfekt für einen Besuch im Winter sind. Die erste davon ist sogar eines meiner Top 3 Natur-Highlights in ganz Japan.
Eine gute Stunde nördlich von Tazawako liegt Mount Moriyoshi. Hier entsteht im Winter ein Naturphänomen, das es nur an drei Orten in ganz Japan gibt. Ein seltenes Zusammenspiel aus Wind- und Wetterverhältnissen sorgt dafür, dass die Tannen auf dem Berggipfel komplett von Raureif ummantelt werden. Das verleiht ihnen unheimlich menschliche Züge, weshalb sie als Ani Juhyo (Ani-Schneemonster) bekannt sind, benannt nach dem Ani-Skiresort auf dem Berg.
Die Schneemonster von Mount Moriyoshi kannst du von Anfang Januar bis Anfang März bewundern. Du fährst mit der Gondel den Berg herauf und erhältst oben Schneeschuhe, mit denen du dich dann eigenständig auf den Weg machst. Die winterliche Natur und der Rundumblick von oben sind so wunderschön, dass Mount Moriyoshi zu meinen Top 3 Natur-Highlights in Japan zählt, zusammen mit Mount Aso auf Kyushu und dem Iya Valley auf Shikoku.
Du kannst auf Mount Moriyoshi locker mehrere Stunden verbringen und viel weiter durch die Schneelandschaft wandern als nur zu den Schneemonstern. Wenn du Wintersportler bist, ist es sicher auch ein großartiger Ort zum Skifahren – für mich als Laie sahen die Pisten zumindest vielversprechend aus.
30 Minuten östlich von Tazawako liegt eines der ältesten und am besten versteckten Onsen-Dörfer Japans. Nyuto Onsen gibt es seit 350 Jahren – der Ort wurde als Wellnessretreat für die Fürsten von Akita gegründet. Heute kannst auch du dich hier fürstlich entspannen.
In Nyuto Onsen findest du verschiedene heiße Quellen, an denen jeweils ein traditionelles Ryokan errichtet wurde. Du bist auch als Tagesgast willkommen – eine Übernachtung vor Ort ist sicher eine besondere Erfahrung, aber nicht nötig für den Besuch der heißen Quellen.
„Nyuto“ bedeutet übersetzt übrigens „Nippel“. Das heißt nicht, dass dieses Onsen-Dorf kinkier wäre als andere. Stattdessen leitet sich der Name von der suggestiven Form des nahegelegenen Mount Nyuto ab.
Wenn du wissen willst, welche der Quellen von Nyuto Onsen ich am besten fand, dann sieh dir meinen vollständigen Post über den Ort an.
Okay, dieser Tipp ist etwas nerdiger, aber hear me out. Akita ist eine von nur zwei Präfekturen in ganz Japan, in denen du einen Shinkansen auf einer ganz normalen Bahnstrecke antreffen kannst.
Normalerweise fahren Shinkansen auf eigens für sie gebauten Hochstrecken, die von der restlichen Landschaft abgeschottet sind. Aber in Akita und Yamagata gibt es Streckenabschnitte, auf denen Shinkansen so volksnah unterwegs sind wie ein JR Local Train – auf ganz normalen Gleisen mitten in der Landschaft, ohne Betonpfeiler und Schutzwand.
Und was hat man davon? Zum einen eine einmalige Fotomöglichkeit. Ich habe auf meiner Reise durch Akita einen Spot in der Nähe des Tazawa-Sees entdeckt, von dem du eine super Perspektive auf die Bahnstrecke hast. Foto-Ergebnis siehe unten. Der Fotospot liegt auf der Rückseite einer Ramen Bar an der Landstraße. Falls dich ein Mitarbeiter fragt, was du machst, erkläre einfach, dass du ein Foto vom Shinkansen machen willst. Bei mir stieß das auf Verständnis.
Und zum anderen ist es vor allem im Winter ziemlich beeindruckend, an einem Bahnübergang zu stehen, während ein Shinkansen nur wenige Meter von dir entfernt fast lautlos durch den Tiefschnee rauscht. Das kannst du zum Beispiel an der JR Sashimaki Station einige Kilometer südlich vom Fotospot erleben.
Wenn du nicht nur Tazawako sehen willst, sondern auch die Highlights im Umland wie Nyuto Onsen, dann ist ein Mietwagen mit Abstand die praktischste Lösung. Du bist maximal flexibel und kannst an einem Tag viel mehr Orte besuchen als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn hier im ländlichen Akita sind die ÖPNV-Optionen begrenzt.
Ich bin mit dem Auto durch die Präfektur Akita gereist und meine Homebase war die Stadt Akita. Von dort bin ich an einem Tag nach Mount Moriyoshi gefahren und am nächsten Tag habe ich Nyuto Onsen und Tazawako besucht.
Wenn du im Winter mit dem Mietwagen unterwegs bist, dann fahr vorsichtig, denn die Straßen im ländlichen Japan sind nicht immer gut gestreut – und manchmal auch gar nicht. Die erlaubte Geschwindigkeit ist manchmal deutlich höher als die sichere Geschwindigkeit und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht viel braucht, damit du ins Rutschen kommst und in einem Schneehaufen landest.
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute: Tazawako hat eine eigene Shinkansen-Station, was die Anreise von Akita oder Morioka angenehm und unkompliziert macht. Die schlechte: Sobald du in JR Tazawako aus dem Zug steigst, sind es noch 7 Kilometer bis zum See.
Zwar fährt mehrmals pro Stunde ein Bus zwischen dem Bahnhof und dem östlichen Seeufer. Bis hierhin kommst du also relativ einfach. Doch zum Gozanoishi-Schrein und der Statue von Tatsuko musst du hier noch in einen anderen Bus umsteigen, der nur alle 2-3 Stunden fährt. Das macht die Erkundung des Sees mit den Öffis äußerst schwierig.
Nachdem ich Nyuto Onsen und Tazawako besuchte, checkte ich ins Katakuri no Hana ein und verbrachte dort eine Nacht. Das 4-Sterne-Hotel liegt direkt am östlichen Seeufer, hat ein eigenes Onsen, in dem du private Zeitslots buchen kannst und serviert ein großartiges mehrgängiges Abendmenü mit lokalen Speisen und Getränken. Und das Ganze für nur 15.000 Yen die Nacht.
Katakuri no Hana ist eine ausgezeichnete, weniger traditionelle, aber viel günstigere Alternative zu den hochpreisigen und Monate im Voraus ausgebuchten Ryokan in Nyuto Onsen. Ich habe meinen Aufenthalt sehr genossen. Wenn du auch eine Nacht am Tazawa-See verbringen willst, kann ich dir dieses Hotel voll empfehlen!
Tazawako liegt auf halbem Weg zwischen Akita und Morioka und ist von beiden Städten aus gut zu erreichen.
Ich sag’s dir gleich zu Beginn: Nur für Tazawako nach Nordjapan zu reisen, macht keinen Sinn. Aber wenn du den See mit weiteren Orten in Tohoku kombinierst, wird schnell eine super Winter-Reiseroute draus.
Ich war vier Nächte in der Präfektur Akita. Drei davon habe ich in einem Hotel in der Stadt Akita verbracht und bin von dort mit dem Mietwagen unter anderem zum Mount Moriyoshi gefahren. Am Tag meiner Abreise aus der Stadt Akita habe ich den Mietwagen behalten, bin von dort nach Nyuto Onsen gefahren und dann nach Tazawako. Hier umrundete ich den See, stoppte am Gozanoishi-Schrein und an der Statue von Tatsuko.
Danach checkte ich ins Katakuri no Hana ein und am nächsten Morgen ging ich noch auf Trainspotting-Tour, bevor ich den Mietwagen am Bahnhof JR Tazawako zurückgab und mich in den Shinkansen nach Morioka setzte. Die Rückgabe von Mietwägen an einem anderen Ort als bei der Abholung kostet in Japan übrigens oft keinen Aufpreis.
Ich habe mir in der Präfektur Akita mit vier Nächten wirklich viel Zeit gelassen – du musst nicht genauso lange dort sein, um die hier gelisteten Attraktionen zu besuchen. Eine einfache Alternative ist, zwei Nächte am Tazawa-See zu schlafen, sich direkt dort den Mietwagen zu holen und so die Gegend zu erkunden. In diesem Zeitraum schaffst du alle hier erwähnten Ziele locker, ohne dich zu stressen!

Tief in Nordwestjapan liegt der Tazawa-See – ein Top-Ziel für einen winterlichen Abstecher von Akita oder Morioka und mit weiteren Attraktionen in der Nähe, die in Japan ganz selten sind.

Nyuto Onsen ist seit über 300 Jahren für seine heißen Quellen bekannt. Probiere auf einem Tagesausflug die Onsen im Dorf aus oder übernachte in einem der traditionellen Ryokan.

2011 geschah in Fukushima die größte nukleare Katastrophe seit Chernobyl. Besuche das Kraftwerk auf einer geführten Tour und erfahre mehr über das Unglück und den Wiederaufbau.

Mombetsu liegt tief im Nordosten von Hokkaido. Starte im Winter von hier mit dem Eisbrecher ins gefrorene Meer und trink am Ende der Welt einen überragenden Matcha Latte.
Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst!
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Nihonestly ist der richtige Blog für alle, die auf ihrer Japanreise einen oder zwei besondere Stops machen möchten und Inspiration dafür suchen. Ganz gleich, ob du einen 2-Wochen-Trip von Tokio nach Kyoto und zurück planst oder in 4 Wochen den Großteil Japans abdecken willst – wenn du noch auf der Suche nach einem weiteren Highlight für deine Reiseroute bist, dann bist du auf Nihonestly richtig. Ich hoffe, du findest hier, was du suchst!