
Tazawako: Der See, der niemals zufriert
Tief in Nordwestjapan liegt der Tazawa-See – ein Top-Ziel für einen winterlichen Abstecher von Akita oder Morioka und mit weiteren Attraktionen in der Nähe, die in Japan ganz selten sind.
Nyuto Onsen ist ein Onsen-Dorf mit Geschichte: Der Ort in der Präfektur Akita ist seit über 300 Jahren für seine heißen Quellen bekannt. Probiere auf einem Tagesausflug die unterschiedlichen Onsen im Dorf aus oder übernachte in einem der traditionellen Ryokan wie einst die Fürsten von Akita.
| Lage | In den Bergen der Präfektur Akita, Nordwestjapan |
| Bekannt für | Seine heißen Quellen und traditionellen Ryokan, und das schon seit über 300 Jahren |
| Wie lange bleiben? | 1 Nacht, oder als Tagesausflug von Akita oder Morioka besuchen |
| Anreise | Am einfachsten per Mietwagen, alternativ per Shinkansen (JR Tazawako Station) und Bus |
| Top-Highlights | Das Tsurunoyu Onsen mit seinem milchig-weißen, schwefelhaltigen Wasser |
Wenn die kinky Überschrift dich verwirrt, dann lass mich erklären: Nyuto bedeutet „Nippel“ auf Japanisch und Nyuto Onsen ist nach dem nahegelegenen Mount Nyuto benannt, dem die Einheimischen die Form eines Nyutos zuschreiben. Und das schon seit langem: Nyuto Onsen wurde vor über 300 Jahren gegründet, als Japan noch ein Feudalstaat war.
Damals war Nyuto Onsen ein Wellness-Retreat für die Fürsten von Akita, welche große Fans der heißen Quellen waren. Seitdem ist der Ort selbst kaum gewachsen, aber sein Ruf schon: Nyuto Onsen gilt als eines der exklusivsten abgelegenen Onsen-Dörfer in Japan.
Zum Glück kommt die Exklusivität von Nyuto Onsen nicht zwangsläufig mit einem hohen Preisschild daher. Du kannst die heißen Quellen als Tagesgast besuchen und zahlst pro Onsen einen Eintritt von nur 800-1000 Yen. Doch wenn du in Nyuto Onsen übernachten willst, wird es schnell teuer: Die Zimmer in den traditionellen Ryokan kosten schon für eine Person schnell über 300€ pro Nacht und sind oft Monate im Voraus ausgebucht.
Ich habe Nyuto Onsen im Februar 2026 als Tagesgast besucht. Ich reiste aus der Stadt Akita an und fuhr von dort morgens mit dem Auto zum Onsen-Dorf. Für die 90 Kilometer brauchte ich etwa 90 Minuten, doch auf dem letzten Stück bis Nyuto Onsen musste ich teilweise Schrittgeschwindigkeit fahren, um nicht ins Rutschen zu kommen, da die Straßen im ländlichen Akita im Winter kaum gestreut sind.
Zuerst hielt ich gegen 10 Uhr am Tsurunoyu Onsen an, das sich etwas entfernt von den anderen, ohnehin schon abgelegenen Onsen befindet. Tsurunoyu Onsen ist die älteste und berühmteste heiße Quelle von Nyuto Onsen – das Ryokan wurde bereits im Jahre 1638 eröffnet!
Und es hat seinen traditionellen Charme bis heute beibehalten. Die Gebäude von Tsurunoyu Onsen sind alle aus Holz gebaut und haben sogar teilweise noch Strohdächer. Doch das wahre Highlight ist nicht aus Holz, sondern aus Wasser: Tsurunoyu Onsen wird aus vier verschiedenen Quellen gespeist, deren Wässer sich alle unterscheiden.
Am berühmtesten ist Tsurunoyus Shiro-yu – die weiße Quelle. Aus ihr strömt stark schwefelhaltiges Wasser, welches beim Kontakt mit der Luft eine milchig weiße Farbe annimmt. Ich habe Glück: Am Tag meines Besuchs ist Shiro-yu für Männer geöffnet. Denn wie anderorts auch sind die Quellen von Tsurunoyu Onsen geschlechtergetrennt und der Zugang rotiert je nach Wochentag.
Im weißen Wasser zu entspannen und den Geräuschen des langsam schmelzenden Schnees in den Wäldern zu lauschen, war ein ganz besonderes Erlebnis. Einziger Nachteil: Der Schwefelgeruch blieb auch trotz anschließender Dusche noch den ganzen restlichen Tag an mir hängen.
Danach wollte ich das Taenoyu Onsen besuchen. Als ich in den Eingangsbereich trat, wusste ich schnell, dass das heute nicht klappen würde – denn vor mir warteten etwa 20 andere Tagesgäste auf den Eintritt. Ich weiß nicht, ob das an der Uhrzeit meines Besuchs lag (gegen 13 Uhr), ob zufällig eine größere Gruppe kurz vor mir ankam oder ob Taenoyu Onsen an diesem Tag einfach sehr beliebt war.
Meine Geduld hielt sich in Grenzen, da ich wusste, dass es in Nyuto Onsen noch mehr Optionen gibt. Also verließ ich Taenoyu Onsen schnell wieder. Doch ich bin mir sicher, dass Taenoyu sich gelohnt hätte: Das Ryokan wurde erst vor einigen Jahren komplettsaniert und sieht nach einem perfekten Ort zum Entspannen aus. Wenn du es nach Nyuto Onsen schaffst, schau auf jeden Fall hier vorbei. Wahrscheinlich wirst du mehr Glück haben als ich.
Mein dritter und letzter Stopp gegen 13:30 Uhr war Ganiba Onsen, welches nicht weit von Taenoyu Onsen entfernt liegt. Als ich das Ryokan betrat, war ich mir zunächst nicht sicher, ob es überhaupt geöffnet hat, denn Renovierungsarbeiten waren im vollen Gange.
Doch das nette Personal – ein älteres Ehepaar – erklärte mir, dass die heißen Quellen trotzdem geöffnet seien, also zahlte ich den Eintritt und machte mich durch mit Plastikplanen ausgelegte Gänge auf den Weg zur Umkleide.
Und die heiße Quelle war den Besuch wert. Das Wasser in Ganiba Onsen war ziemlich eisenhaltig und etwas rostfarben, also ein toller Kontrast zur milchigen Quelle von Tsurunoyu Onsen. Und der rustikale Look der Umkleide machte deutlich, wie sehr Ganiba Onsen die Grundsanierung braucht.
Als ich Ganiba Onsen verließ, konnte ich einen Blick in einen Raum werfen, der schon fertig renoviert war. Das Ergebnis konnte sich echt sehen lassen und ich bin mir sicher, dass Ganiba Onsen mit der Renovierung auf ein neues Level gehoben wird.
Nach Ganiba Onsen entschied ich mich, Nyuto Onsen zu verlassen. Da die Quellen ziemlich heiß waren, reichten mir die zwei Besuche voll und ganz, zumal ich die kommende Nacht in einem Hotel mit Privat-Onsen verbringen würde. Deshalb ging es am Nachmittag zu meinem nächsten Ziel: Tazawako, der tiefste See Japans.
Tazawako liegt 30 Minuten westlich von Nyuto Onsen und ist im Winter extrem idyllisch. Ich machte ein paar Stopps am Seeufer – unter anderem am Gozanoishi-Schrein – bevor ich in mein Hotel am Seeufer eincheckte. Wenn du mehr über Tazawako und seine Attraktionen erfahren willst, dann sieh dir hier meinen Reisebericht an.
Meine klare Empfehlung: Besuche Nyuto Onsen mit dem Auto. Nur so kannst du maximal flexibel zwischen den Onsen hin- und herfahren und so viele besuchen, wie du möchtest. Am besten besorgst du dir einen Mietwagen in Akita oder Morioka – von beiden Städten fährst du etwa 90 Minuten bis Nyuto Onsen.
Alternativ kannst du auch mit dem Shinkansen bis nach Tazawako fahren (JR Tazawako Station). Am dortigen Bahnhof gibt es eine kleine Toyota-Rent-a-Car-Station, die sich auch zur Anmietung eines Autos eignet. Und von hier sind es nur 30 Minuten bis Nyuto Onsen. Diese Option ist perfekt, wenn du lieber nicht so viel selbst fahren möchtest.
Mit dem Shinkansen fährst du unkompliziert bis zur JR Tazawako Station in der Nähe des gleichnamigen Sees. Von dort verkehrt ein Bus im 50-Minuten-Takt nach Nyuto Onsen und setzt dich an einer zentralen Haltestelle im Ort ab. Von dort sind fast alle Onsen gut fußläufig zu erreichen – mit drei Ausnahmen.
Die wichtigste Ausnahme ist das von mir besuchte Tsurunoyu Onsen, das außerhalb des Ortskerns liegt. Du brauchst von der Bushaltestelle etwa 45 Minuten zu Fuß. Zwei weitere Quellen – Kuroyu und Magoroku Onsen – liegen auch außerhalb des Ortskerns, aber sind von der Bushaltestelle in etwa 15 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Wenn du deine Besuchszeiten genau planst und auf etwas Flexibilität verzichtest, kannst du jedoch mit dem Yumeguri-go-Shuttlebus zu allen Onsen gelangen, auch zu den drei weiter entfernten. Er fährt allerdings nur alle zwei Stunden. Ein Tagesticket für den Shuttlebus kostet 1.000 Yen.
Nyuto Onsen liegt in den Bergen der Präfektur Akita, nahe des Tazawa-Sees und auf halbem Weg zwischen der Stadt Akita und Morioka.
Für die meisten Reisenden macht macht Nyuto Onsen als Tagesausflug von Morioka oder Akita (der Stadt) am meisten Sinn – mit dem Auto, oder, wenn du dich abenteuerlustig fühlst, per Zug und Bus. Morioka liegt mitten auf der klassischen Nordjapan-Reiseroute zwischen Tokio und Sapporo. Von dort startest du also am einfachsten.
Doch wenn du mehr Zeit in der Region verbringen willst, empfehle ich dir, ein paar Tage in der Präfektur Akita zu verbringen. Seit ich diesen Februar dort war, ist sie mein Japan-Winter-Geheimtipp Nummer 1 geworden. Wenn du zum Beispiel zwei Nächte in Akita verbringst, kannst du neben Nyuto Onsen auch den Tazawa-See und die Schneemonster von Mount Moriyoshi besuchen.
Jedes dieser drei Ziele hat einen anderen Charme und in Kombination bieten sie eine einmalige Winter-Experience in einer der am wenigsten bereisten Präfekturen Japans. Als Homebase für deinen 2-Nächte-Aufenthalt in Akita eignet sich die Stadt Akita, oder, wenn du es ländlicher magst, die Region rund um den Tazawa-See besonders.

Tief in Nordwestjapan liegt der Tazawa-See – ein Top-Ziel für einen winterlichen Abstecher von Akita oder Morioka und mit weiteren Attraktionen in der Nähe, die in Japan ganz selten sind.

Nyuto Onsen ist seit über 300 Jahren für seine heißen Quellen bekannt. Probiere auf einem Tagesausflug die Onsen im Dorf aus oder übernachte in einem der traditionellen Ryokan.

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Mombetsu liegt tief im Nordosten von Hokkaido. Starte im Winter von hier mit dem Eisbrecher ins gefrorene Meer und trink am Ende der Welt einen überragenden Matcha Latte.
Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst!
Nihonestly ist anders als andere Japan-Reiseblogs – dafür gibt es 3 Gründe:
Nihonestly ist der richtige Blog für alle, die auf ihrer Japanreise einen oder zwei besondere Stops machen möchten und Inspiration dafür suchen. Ganz gleich, ob du einen 2-Wochen-Trip von Tokio nach Kyoto und zurück planst oder in 4 Wochen den Großteil Japans abdecken willst – wenn du noch auf der Suche nach einem weiteren Highlight für deine Reiseroute bist, dann bist du auf Nihonestly richtig. Ich hoffe, du findest hier, was du suchst!