
Mount Moriyoshi: Die Heimat der Schneemonster
Jeden Winter wird Mount Moriyoshi in der Präfektur Akita zum Schauplatz eines Naturphänomens, das in ganz Japan nur an drei Orten vorkommt.
Dieses Foto entstand Ende Oktober 2023 auf dem Berg Osorezan, einem der drei heiligsten Berge Japans. Osorezan liegt weit im Norden der Tohoku-Region, nur ein kleines Stück südlich von Hokkaido. Auf dem Berggipfel wurde der Tempel Bodaiji erreichtet und dem Bodhisattva Jizo gewidmet.
Das war einer der letzten Tage 2023, an dem man Bodaiji besuchen konnte, denn der Tempel ist jedes Jahr zwischen November und April geschlossen. Die Nacht davor war ich noch weiter südlich in Hirosaki. Am Morgen setzte ich mich in den Zug und fuhr durch die regnerische, kalte Präfektur Aomori nach Norden bis nach Noheji.
Dort holte ich meinen Mietwagen für die nächsten zwei Tage ab. Weiter ging es nach Norden, den langen Griff der axtförmigen Shimokita-Halbinsel entlang. Links von mir das windgepeitschte Meer, alle paar Kilometer eine verschlafene Kleinstadt, dazwischen unberührtes Waldland und Bären-Warnschilder an der Straße.
Dann ragten am Horizont die ersten Berge auf und bald erreichte ich Mutsu, den letzten Ort vor Osorezan. Hinter Mutsu wandelte sich die Landschaft. Die Küste nahm Abschied und das Land erhob sich zunehmend, die Straßen wurden kurviger und führten durch dichte Bergwälder zunehmend nach oben.
Ich und mein Miet-Toyota Yaris waren auf dem Großteil der Strecke die einzigen auf der Straße. Schließlich lichtete sich der Wald, denn wir hatten den Gipfel von Osorezan erreicht. Die Bäume wichen dem vegetationsarmen Gipfel und ich warf den ersten Blick auf den tiefblauen See, der ihn ziert.
Trotz geschlossener Fenster drang bereits Schwefelgeruch ins Auto. Auf Osorezan entweicht Schwefel aus tausenden Erdspalten und ist ein ständiger Begleiter in der Nase. Einige hundert Meter später erreichte ich den Parkplatz des Bodaiji-Tempels. Es war bereits später Nachmittag, die Wolken hingen tief und waren schwer mit Wasser.
Nachdem ich das Eingangstor passiert hatte und ein Stück aufs Tempelgelände gelaufen war, drehte ich mich noch einmal um und sah den Anblick, den ich auf dem Foto oben verewigt habe: Das große Durchgangstor des Bodaiji-Tempels, umrahmt von tiefen Regenwolken und den Gipfeln des Osorezan im Hintergrund.
Ein tristes, aber elegantes Zusammenspiel von Schwarz und Grau, das perfekt die düstere Atmosphäre des Tempels an jenem Oktobernachmittag untermalt, auf dem Berg, der in buddhistischen Gläubigen Assoziationen mit der Hölle erweckt.

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Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst!
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