Mount Moriyoshi: Die Heimat der Schneemonster

Jeden Winter wird Mount Moriyoshi in der Präfektur Akita zum Schauplatz eines Naturphänomens, das es in ganz Japan nur drei Mal gibt. Denn wenn Wind und Kälte perfekt zusammenspielen, entstehen hier Juhyo – Schneemonster, die die winterliche Berglandschaft zu einem ganz besonderen Ausflugsziel machen.

Blick vom Gipfel von Mount Moriyoshi mit den Ani-Schneemonstern im Vordergrund
Die Schneemonster – und eine Monsteraussicht bis zum Horizont

Inhaltsverzeichnis

Mount Moriyoshi auf einen Blick

LageÖstliche Präfektur Akita, Nordwestjapan
Bekannt fürDie Schneemonster von Mount Moriyoshi (Ani Juyho) – von Raureif ummantelte Nadelbäume
Wie lange bleiben?Tagesausflug von Akita oder Tazawako
AnreiseNur mit dem Auto – es gibt keine ÖPNV-Anbindung
Top-HighlightsEine Winterwanderung oben auf dem Berg, bei der du eine unbeschreibliche Aussicht hast

Warum auf Mount Moriyoshi Monster wohnen

Mount Moriyoshi ist einer von nur drei Orten in Japan mit genau den richtigen Bedingungen, um ein Habitat für Schneemonster zu sein. Erste Bedingung: Es muss Nadelbäume geben. Zweite Bedingung: Es braucht starken Wind, der unterkühlte Wassertröpfchen mit sich trägt. Das ist Wasser, das eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt hat, aber trotzdem nicht gefroren ist.

Mount Moriyoshi erfüllt beide Bedingungen: Eine Population von Nadelbäumen auf dem Berggipfel, die einem starken Westwind von Akitas Küste ausgesetzt ist. Wenn die unterkühlten Wasserpartikel auf die Bäume treffen, gefrieren sie sofort und werden zu einem starren Mantel. So entstehen Ani Juyho, die Schneemonster von Mount Moriyoshi: Nadelbäume, die durch ihren Frostmantel menschlich wirkende Züge annehmen. 

Eins meiner Top 3-Naturhighlights in ganz Japan

Das ist die Wissenschaft. Aber was hier wirklich zählt, ist die fast magische Atmosphäre, die man oben auf dem Berggipfel verspürt. Erstens, weil man in den Genuss eines wirklich seltenen Naturphänomens kommt. Zweitens, weil man von Mount Moriyoshi eine umwerfende Aussicht auf die umliegenden Bergketten hat. Du hörst es sicher heraus: Ich fand Mount Moriyoshi so spektakulär, dass der Berg zu meinen Top 3-Naturhighlights in ganz Japan gehört.

Die Schneemonster auf Mount Moriyoshi, von Rauhreif bedeckte Bäume
Jetzt macht das Gerede von den menschlichen Zügen Sinn, oder?

Was du auf Mount Moriyoshi erleben kannst

Für mich haben die folgenden drei Erlebnisse die Zeit auf Mount Moriyoshi unvergesslich gemacht: Die Seilbahnfahrt zum Gipfel, die Besichtigung der Schneemonster und die Winterwanderung durch die verschneite Gipfellandschaft.

Der Weg nach oben

Von der Talstation unten am Berg (Ani Gondola Base Station) führt eine Seilbahn auf den Gipfel. Die Fahrt dauert gute 15 Minuten und ist pure Vorfreude. Je höher die Gondel aufsteigt, desto winterlicher wird die Landschaft. Das Tal am Fuße des Berges mit den kahlen Laubbäumen weicht einem verschneiten Nadelwald, der immer frostbedeckter wird, je höher du kommst. Und wenn du an der Gipfelstation aussteigst, siehst du die ersten echten Schneemonster.

Oben an der Gipfelstation erhältst du kostenlos Wanderstöcke und optional Schneeschuhe. Ich habe nur die Wanderstöcke genommen und die waren absolut unverzichtbar, denn gleich am Anfang des Pfads zu den Schneemonstern geht es steil bergauf. Und falls du nach der Wanderung hungrig bist oder dich aufwärmen willst, bekommst du an der Gipfelstation Heißgetränke, an der Talstation gibt es zusätzlich auch warme Gerichte und Souvenirs.

Blick von der Mount Moriyoshi-Seilbahn auf die Basisstation im Tal
Kahle Laubbäume unten im Tal
Blick aus der Gondel der Seilbahn, die auf Mount Moriyoshi führt
Dichte Nadelwälder auf halber Höhe
Blick aus der Seilbahngondel auf einen stark verschneiten Nadelwand unterhalb des Gipfels von Mount Moriyoshi
Schneebedeckter Wald an der Gipfelstation

Die Schneemonster (Ani Juyho)

Die Schneemonster von Mount Moriyoshi findest du schon zu Beginn der Gipfel-Wanderroute. Praktisch, wenn du nicht allzu weit laufen willst. Es ist beeindruckend, wie groß die Schneemonster sind – manche von ihnen sind über fünf Meter hoch! Ich habe mir auf diesem Stück der Wanderung wirklich Zeit genommen und die Landschaft auf mich wirken lassen.

Denn auf diesem Stück der Gipfelroute hast du die spektakulärste Aussicht auf die Umgebung – ein fast 360°-Panorama auf diesen wilden Teil der Präfektur Akita mit Bergketten bis zum Horizont. Wirklich majestätisch. Ich wollte mich von dem Anblick fast gar nicht mehr losreißen.

Blick vom Gipfel von Mount Moriyoshi mit den Ani-Schneemonstern im Vordergrund
Die Bilder sind (hoffentlich) spektakulär...
Blick auf eine Kohorte Schneemonster auf Mount Moriyoshi inmitten einer weißen Winterlandschaft
...aber in echt ist es noch deutlich besser.

Die Gipfellandschaft

Aber dann riss ich mich los, denn ich wollte noch mehr von Mount Moriyoshi sehen. Der Wanderweg zu den Schneemonstern läuft oberhalb von ihnen weiter den Bergrücken entlang. Ab einem gewissen Punkt war der Weg unter den Schneemassen kaum noch ersichtlich, doch ich entschied mich, weiterzulaufen. Mein Ziel war die eingeschneite Berghütte des Moriyoshi-Schreins, die man oberhalb der Schneemonster links in der Ferne sehen kann.

Ich wanderte weiter, blieb immer zentral auf dem Bergrücken und orientierte mich an den Spuren anderer Wanderer im Schnee. Auf dem letzten Stück zur Hütte war ich die einzige Person weit und breit inmitten der Winterlandschaft, mit großartiger Aussicht in jede Richtung. Die Hütte und der Schrein waren komplett zugeschneit und geschlossen, aber für mich war ohnehin der Weg das Ziel – und der war super. 

Hinter dem Moriyoshi-Schrein hätte man noch weiter den Bergrücken entlang wandern können, aber ich drehte um, da es schon später am Nachmittag war und ich bei Einbruch der Dunkelheit zurück in Akita sein wollte. Insgesamt war der Weg von der Gipfelstation zum Moriyoshi-Schrein und zurück nur etwa zwei Kilometer weit. Aber da ich es hier oben liebte und im Tiefschnee nur langsam vorankam, verbrachte ich etwa zwei Stunden auf dem Berg.

Verschneite Berghütte auf Mount Moriyoshi
Die Hütte vom Moriyoshi-Schrein
Fabian Kraatz auf dem Gipfel von Mount Moriyoshi
On top of the world

Tipps für deinen Besuch

Beste Jahreszeit für Mount Moriyoshi

Die Schneemonster bilden sich zwischen Mitte Januar und März – das ist die beste Reisezeit. Ich war am 16. Februar 2026 dort und die Wetterbedingungen hätten kaum besser sein können. 

Was die Tageszeit angeht, musst du nur bedenken, dass die Sonne in Akita im Winter schon gegen 17 Uhr untergeht. Plane deinen Besuch auf Mount Moriyoshi am besten so, dass du bei Sonnenuntergang wieder in deinem Hotel bist. Denn die Landstraßen in der Präfektur Akita sind im Winter schlecht gestreut – oder gar nicht – und in der Dunkelheit zu fahren, macht die Bedingungen noch schwieriger.

Ansonsten hängt die beste Tageszeit nur davon ab, wie viel Zeit du auf Mount Moriyoshi verbringen willst. Wenn du es wie ich machen willst, dann reicht es, wenn du ganz entspannt mittags an der Talstation ankommst. Wenn du eine längere Wanderung machen willst, dann starte am besten früher am Morgen, um genug Zeitpuffer zu haben.

Als ich Mount Moriyoshi besuchte, hatte es um die 0 Grad Celsius. Doch dann war da noch der starke Westwind, der für die Entstehung der Schneemonster so wichtig ist. Durch den Wind war es gefühlt nochmal 10 Grad kälter.

Ich trug Leggings, Schneehosen, ein Thermoshirt, einen Pullover und meine Winterjacke, plus Mütze, Schal und Handschuhe. Das war die ideale Ausstattung – in den zwei Stunden auf Mount Moriyoshi wurde mir nie kalt und wenn die Winde mal zu eisig wurden, half es, den Schal ins Gesicht zu ziehen.

Wenn du Mount Moriyoshi besuchen willst, dann schlag deine Homebase am besten in der Präfektur-Hauptstadt Akita (Anfahrt ca. 90 Minuten) oder am etwas näher gelegenen Tazawa-See auf (ca. 75 Minuten) – je nachdem, ob du lieber in der Stadt oder auf dem Land übernachten willst.

Beide Orte haben einen Shinkansen-Anschluss (Akita Station bzw. Tazawako Station), Mietwagenanbieter direkt am Bahnhof und gute Hoteloptionen. Tazawako ist näher, wenn du vom Osten anreist, zum Beispiel aus Morioka oder Sendai. Akita hat als Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur dagegen mehr Attraktionen, Geschäfte und Restaurants.

Weitere Attraktionen in der Nähe

Im Osten von Akita gibt es noch weitere Highlights, die du auf deiner Japanreise besuchen kannst. So lohnt sich ein Abstecher in diese abgelegene Präfektur gleich noch mehr – vor allem im Winter, wenn sich das schneebedeckte Akita von seiner besten Seite zeigt. Hier sind zwei weitere Orte in der Nähe von Mount Moriyoshi, die mir sehr gefielen.  

Tazawako: Der tiefste See Japans

Tazawako friert selbst im tiefsten Winter nicht zu – der See ist über 400 Meter tief, wodurch sein Wasser nie zu Eis wird. Rund um den See gibt es einige Highlights zu besuchen, vom Torii am Seeufer bis zur Statue einer jungen Frau, welche die Protagonistin einer berühmten lokalen Legende ist.

Am besten erlebst du Tazawako, indem du eine Roundtour um den See herum machst. Am Seeufer liegen außerdem einige Hotels, in denen du die Nacht verbringen kannst – manche sogar mit Privat-Onsen!

Ein einsames Torii am Ufer des Tazawa-Sees in der Akita-Präfektur, Japan
Das Torii des Gozanoishi-Schreins am Seeufer

Nyuto Onsen: Heiß seit 1638

Nyuto Onsen ist schon seit der japanischen Feudalzeit als Onsen-Dorf bekannt. Hier findest du tief in den Bergen von Akita einen Ort, an dem die Zeit stehen geblieben scheint, mit traditionellen Ryokan in Holzbauweise und heißen Quellen, denen eine heilsame Wirkung nachgesagt wird.

Nyuto Onsen ist perfekt für eine Tagestour, auf der du die verschiedenen heißen Quellen besuchst, deren Wässer überraschend vielseitig sind: Von milchig weiß bis eisenhaltig rostbraun.

Winterlicher Fluss, der durch das Grundstück des Tsurunoyu Onsen fließt, Nyuto Onsen
Tsurunoyu Onsen – hier im Bild – wurde 1638 eröffnet
WO IST DAS?

Wo in Japan liegt Mount Moriyoshi?

Mount Moriyoshi liegt im Osten der Präfektur Akita und ist nur mit dem Auto zu erreichen.

Klicke auf das "+" auf der Karte, um an Mount Moriyoshi heranzuzoomen!
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Mount Moriyoshi: Tipps für deine Reiseroute

Option 1: Die größten Highlights von Akita

Wenn du die Schneemonster von Mount Moriyoshi sehen willst, dann kombiniere den Besuch am besten noch mit ein oder zwei weiteren Attraktionen in der Präfektur Akita, da der Berg wirklich weitab vom Schuss liegt und es deshalb einfach Sinn macht, ihn mit weiteren Zielen in der Region zu verbinden.

Wenn du nicht allzu viel Zeit in Akita – oder Tohoku insgesamt – verbringen willst, dann empfehle ich dir folgendes: Buche dich zwei Nächte in einem Onsen-Hotel in Tazawako ein. Mit dem Shinkansen bist du schnell dort, auch wenn du von weiter anreist: Von Sendai brauchst du nur 75 Minuten und selbst von Tokio bist du in knapp 3 Stunden da.

Plane deinen Anreisetag so, dass du schon mittags in Tazawako ankommst. Hol dir direkt am Bahnhof einen Mietwagen bei Toyota-Rent-a-Car – am besten im Voraus online reservieren – und mache dann die Rundfahrt um den Tazawa-See oder einen halbtägigen Abstecher nach Nyuto Onsen, bevor du abends in dein Hotel eincheckst.

Den nächsten Tag kannst du dann vollständig für den Besuch von Mount Moriyoshi einplanen und dir so viel Zeit auf dem Berg lassen, wie du willst. Oder bis es dir zu kalt wird. Solltest du schon etwas früher nach Tazawako zurückkehren, kannst du den Rest des Tages noch das unternehmen, wofür du am Vortag keine Zeit hattest – Tazawako erkunden oder in Nyuto Onsen entspannen, je nachdem. Am nächsten Morgen verlässt du die Region wieder.

Option 2: Akita plus – mehr Entschleunigung

Alternativ kannst du es auch machen wie ich, wenn du mehr Zeit in Akita verbringen willst, und deine Homebase direkt in der Präfekturhauptstadt Akita aufschlagen. Wenn du drei oder mehr Nächte hier verbringst, kannst du es entspannter angehen und hast noch Zeit, auch die Stadt Akita selbst zu erkunden und weitere Ziele in der Nähe zu besuchen, wie die zwölf Seen von Juniko oder die alte Samuraistadt Kakunodate.

Und was ist mit Wintersport?

Wenn du gerne Ski fährst oder snowboardest, dann kannst du auch mehr Zeit auf Mount Moriyoshi verbringen – genauer gesagt, im Ani Ski Resort, das auf dem Berg liegt. Da ich kein Wintersportler bin, kann ich nicht mehr darüber sagen. Aber für mein unerfahrenes Auge sahen die Pisten gut aus und es muss ein geiles Gefühl sein, hier den Berg herunterzujagen, während man so eine tolle Aussicht hat.  

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Nihonestly: Über den Blog und den Autor

Wer steckt hinter dem Japan-Reiseblog Nihonestly?
Mann streichelt ein Reh.

Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst! 

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